Georg Weidner
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Unter die Räder gekommen: Ich vs. Mindfactory vs. Gigabyte

Es gibt so Dinge, die wollen einfach nicht. Man kann tun was man will, sich auf den Kopf stellen und ein Lied singen – und dennoch hat man keine Chance auch nur annähernd eine Lösung zu finden. In genau so einer Situation befinde ich mich derzeit mit dem Onlineshop Mindfactory und dem Hardwarehersteller Gigabyte…

Erster Akt – Vorgeschichte
Am 12.1. habe ich bei einem gut bewerteten Onlineshop (bestseller-computer) einige Hardwareteile bestellt. Bereits beim Auspacken musste ich feststellen, dass der CPU-Sockel des Mainboards mit Leiterpaste verschmiert war. Da das Mainboard sowieso nicht funktionierte dachte ich mir nicht viel dabei und tauschte es um.

Als das zweite Mainboard wieder voller Leiterpaste war, untersuchte ich die übrigen Komponenten, und musste feststellen dass von 6 Teilen 3 bereits gebraucht waren. Daraufhin sendete alle Teile an den Händler zurück und bestellte bei einem anderen Onlineshop: Mindfactory.

Zweiter Akt – Ernüchterung
Nach dem Zusammenbau der (diesmal original verpackten) Ware musste ich erneut feststellen, dass das Mainboard nicht funktionierte. Auch ein Austauschmainboard verweigerte seine Dienste. Ein weiteres Austauschmainboard (hier musste ich mir schon einiges von der Reklamationsabteilung anhören) brachte mir erstmals die Revision 1.1 ein, welche, oh Wunder, ein Bild ausgab! Leider aber nur für wenige Sekunden, bis sich der Computer mit einem Bluescreen verabschiedete.

Der nun vom Händler vorgeschlagene Tausch der Grafikkarte blieb leider auch erfolglos.

Dritter Akt – Cebit: Endlich verwertbare Informationen
Auf der Cebit konnte ich mit einem Vertriebsmitarbeiter von Gigabyte sprechen. Nach kurzer Schilderung des Problems, erriet der Mitarbeiter von sich aus, dass ich wohl einen Phenom 140W Prozessor auf dem Modell MA790X-DSH4 laufen lassen wollte.

Obwohl als Phenom-Board vermarktet, wurde den Händlern schon vor Monaten mitgeteilt, dass diese Serie mit dem Phenomprozessor massive Schwierigkeiten hat. So wurden mittlerweile bereits 2(!) Nachfolgeserien aufgesetzt, die diese Probleme nicht mehr aufweisen. Als Empfehlung gab er mir mit, doch auf die aktuelle Serie zu wechseln.

Auf Rückfrage in der Reklamationsabteilung des Händlers wurde mir mitgeteilt, dass sie noch nichts von einem solchen Problem wüssten und das Board an den Händler eingeschickt haben.

Vierter Akt – Unter den Rädern – oder: Gefangen zwischen Mühlsteinen
Fünf Mainboards, eine Grafikkarte, unzählige E-Mails und Telefonate später gestaltet sich die aktuelle Situation wie folgt:

  • Der Gigabyte-Support sagt mir, er könne mir nicht helfen, ich solle mich per Formular an einen anderen Support wenden (hä?) – von diesem kam bisher keine Antwort.
  • Der Händler sagt, er würde das Ergebnis von Gigabyte abwarten, bevor er zu irgendeiner weiteren Aktion bereit wäre – dies könne allerdings bis zu 6 Wochen(!) auf sich warten lassen. Ein zwischenzeitlicher Umstieg auf die aktuelle Serie kommt nicht in Frage. Da aber Gigabyte “wahrscheinlich eh das Geld gutschreibt”, könne ich mir ja schonmal ein aktuelles Board auf eigene Kosten kaufen. Das Risiko, dass ich dann zusätzlich ein veraltetes, nicht kompatibles Mainboard besitze liegt natürlich bei mir.

So renn ich also seit nunmehr 2 Monaten einem funktionierenden Arbeitscomputer hinterher, tipp mir die Finger wund, telefonier stundenlang und hab trotzdem keine Chance an meiner Situation irgendetwas zu ändern.

Eine wirklich sehr, sehr ernüchternde Sache, bei der ich wohl keine Chance habe, solange keiner der beiden “großen” auf mich zugeht?

Update: Es hat sich was getan!
Mittlerweile hat der Händler das Mainboard von Gigabyte zurück bekommen und mir übersendet. Und siehe da: Nach dem üblichen Bios-Update funktioniert nun alles wie es soll. Grandios! :)

Und Gigabyte hat übrigens auch keine 6 Wochen gebraucht – nach nichtmal einer Woche war der Käs gessen.

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