Test in TV-Magazin zeigt… wie man ein Testergebnis in die gewünschte Richtung dreht
Gestern Abend in einem der einschlägigen TV-Magazine wurde die These vertreten:
Blondinen machen Männer dumm.
Der Grund soll sein, dass sich die Männer auf das vermeintliche Niveau des Gegenübers herunterschrauben, um interessant zu wirken.
Explosiv wollte das überprüfen und schickte eine Blondine und eine Brünette ins Rennen. Beide fragten Passanten und Verkäufer um Rat und wurden völlig unterschiedlich behandelt.
Ergebnis: Blondinen werden wie Dummerchen behandelt, wohingegen die Brünette gute Hilfen erfährt. So wird bei der Brünetten der Stadtplan benutzt oder im Elektronikgeschäft mit technischen Werten um sich geworfen. Im Gegensatz dazu wird der Blondine erst einmal erklärt, dass der Mond um die Erde kreist.
Ist dieses Verhalten der Menschen sicherlich auch ein ausgelebtes Vorurteil, bringt der Kommentar eines im nachhinein interviewten Elektroverkäufers weiteres Licht ins Dunkel der reporterlichen Methodik.
Auf die Frage, warum er die beiden Damen so unterschiedlich beraten hat, antwortet er:
Ich hatte beim Gesprächseinstieg das Gefühl, dass sich die Brünette mit dem Gerät bereits auseinander gesetzt hatte, wohingegen die Blondine erst einmal grundsätzliches Wissen wollte.
Na wenn das kein Hinweis auf das Vorgehen der Reporter ist!
So lässt sich solch ein Test doch wunderbar mit der Einstiegsfrage in die gewünschte Richtung drehen! Wenn die Blondine gezielt gefragt hätte: “Welche Informationen können Sie mir über das Gerät geben?” hätte sie sicherlich andere Antworten erfahren als mit einer Frage àlà: “Was kann die Maschine denn?” oder “Wie geht das mit der Maschine hier?”.
Ähnlich verhält es sich mit der Frage nach dem Weg – trotz Stadtplan in der Hand:
Während die Blondine mit dem Plan seitlich und hinter dem Rücken des Passanten rumfuchtelt, hält die Brünette diesen ruhig zwischen sich und dem Passanten, welcher diesen sogleich benutzt.
Abschließend kann man gut beobachten, wie die Presse das gewünschte Verhalten in ihrer *Studie* gekonnt heraufbeschworen und ausgenutzt hat. Und doch ist dieser Effekt – und auch der Test – ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Gefährliches Halbwissen aus den Medien und (dadurch entstandene) Vorurteile bestimmen zunehmend unser Verhalten. Wie das wohl in 20 Jahren aussieht…?




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