Systems / Internet World 2008 in München
Gestern waren wir von der FH aus auf der Systems und Internet-World in München – hier ein paar Eindrücke:
Los ging’s auf der Systems
Empfangen werden wir durch ein riesen Schild “Lokus” an einem leeren Stand…?
Der Google-Stand steht zwischen den Securityanbietern:
Als wir mit einem sehr netten Mitarbeiter reden, sticht ein ~60-jähriger quer. Seine Stimme überschlägt sich schon fast und mit vollem Eifer legt er los:
Google macht in den USA was es will und ist in Deutschland an Gesetze gebunden – darum schicken sie alle Daten “und weil es ja nichts kostet” in die USA – wo sie an keinerlei Gesetze gebunden sind – und sie wunderbar an alle zwielichtigen Organisationen der Welt verkaufen können. “Man weiß ja wie das in den USA so läuft!!!”
Das Anfangs freundliche, belustigte Grinsen des Google Mitarbeiters gewinnt zunehmend gequälte züge…
Doch weiter geht’s:
Warum garantiert Google den Deutschen keine durchgehende Datensicherheit und dass ihre Daten nicht ausgeführt werden?
Der Google MA versucht sich zu retten und erwähnt, dass er ja zur Businesssparte gehört. Und die hosten ihre Daten ausschließlich in einem DataCenter in der Schweiz welches einem externen Anbieter gehört. Ausserdem fragt er ob sie denn so viele Firmenkunden hätten, wenn das alles wahr wäre und woher er denn auf diese Ideen kommt.
Doch – keine Gnade:
Jaja, das erzählen Sie mir jetzt als deutscher Mitarbeiter hier. Ich weiß genau wie das abläuft! Sie können mir gar nichts vormachen! – aber wissen Sie, eigentlich hab ich ja gar nichts gegen Google – nur dass Sie meine Daten verkaufen, das finde ich echt nicht in Ordnung!
Nunja – hier hat sich die Diskussion dem Ende zugeneigt und wir sind weitergezogen – ganz interessant vielleicht noch der Hinweis, dass der Google Spamfilter auch eine *externe* Dienstleistung ist? … wusste ich nicht. (Postini – mittlerweile auch ein Teil der Google-Group)
Wir lernen: Google hat noch einiges zu tun in Sachen Vermittlung der Privacy Policy… und: Es ist nicht immer leicht bei Google zu arbeiten.
Ein weiteres Highlight erwartete uns bei einem SAP-Dienstleister, mit dem wir eher zufällig ins Gespräch kamen. Deren Auftragsbücher sind noch für Monate gefüllt da sie gaaaaaanz viele Mittelständler als Kunden haben. Die reagieren nicht so impulsiv – ihre kleinen Unternehmen können sich neuen Gegebenheiten ja viel schneller anpassen. Anders sieht’s da bei Großkonzernen aus – die müssen das Steuer sofort komplett herumreißen und hoffen, dass sich ihr Schlachtschiff noch rechtzeitig vor der Klippe dreht.
In einem Satz zusammengefasst meinte er: “Aaaach, das ist doch alles jammern auf hohem Niveau! So schlimm ist das gar nicht, denen geht’s allen noch dicke!”
Auf geht’s zur Internet-World
Viele kleine Stände in einer relativ kleinen Halle – dazu zwei kleine Bühnen mit eher uninteressanten Vorträgen.
Einige Firmen haben anscheinend nichts im Angebot – oder kein Interesse an Kunden? Zumindest war das mein Eindruck, als sich vier(!) Mitarbeiter einen Meter von mir angeregt unterhalten haben. Bis auf ein paar Blicke wurden wir gekonnt ignoriert. – Nunja, vielleicht lag’s auch an meinem kleinen Rucksack? Seh damit ja fast wie ein 14-jähriger Schüler aus…
Das positive: Mit den sehr aufmerksamen Mitarbeitern vom Nachbarstand hat sich dann ein überraschend tolles Gespräch entwickelt.
Wir lernen: Geh ich nicht zielsicher auf den Kunden zu steht er 3 Minuten später bei der Konkurrenz…
Fazit
Insbesondere auf der Internet World waren viele für meine Diplomarbeit sehr interessante Unternehmen, die auch (fast) alle sehr offen auf einen zugegangen sind. Bisschen schade war, dass die interessanten Vorträge alle innerhalb des Kongresses stattfanden, wir also keine Chance hatten davon etwas mitzunehmen. Nur um sich “mal was anzuhören” ist die Messe also nichts – man muss schon wissen, wo man sich informieren will.




2 Kommentare zu "Systems / Internet World 2008 in München"
hey warst du auch in Halle A1, Stand 225B ?
Grüße
Fabian
Fabian / 23. Oktober 2008, 22:15
Hab leider erst nen Tag drauf erfahren, dass er auch da war… =/
Dabei war’s da eigentlich relativ leer – hätte man sich auch so sehen können.
Georg / 24. Oktober 2008, 8:50
Was denkst du?