Das Internetmarketing im US-Wahlkampf
Wie heise berichtet setzen die Kontrahenten im US-Wahlkampf verstärkt zielgruppenspezifische Werbung ein. “Targeting” heißt das Zauberwort, bei dem nur zielgruppenzugehörigen Internetnutzern (sprich Nutzer für die die Kampagne maßgeschneidert ist und die somit am empfänglichsten sind) entsprechende Kampagnen eingeblendet werden.
Die grundlegende Funktionsweise ist eigentlich recht einfach:
Es werden Informationen über den Internetnutzer gesammelt (Speicherung z.B. in einem Cookie): Wo surft er, was schaut er an, was interessiert ihn? Zusätzlich gibt es Umfragen (z.B. Gewinnspiele) die weitere Details aus dem Umfeld des Users abfragen (Einkommensverhältnisse, Familienstand, Hobbies, etc.)
Nun weiß man also, dass Leute die diese X Webseiten besucht haben an z.B. Golf interessiert sind (Daten aus dem Surfverhalten), 32 Jahre alt, verheiratet sind und um die 40.000€ verdienen (Daten aus dem Gewinnspiel).
Und nun der Trick: Da sich Menschen mit ähnlichem soziodemographischen Umfeld ähnlich verhalten und für ähnliches interessieren (das ist bewiesen, schauen Sie sich mal unter Ihresgleichen um
) kann man mit den gewonnenen Daten vom Surfverhalten auf das Umfeld der Person schließen. Und wenn man weiß wer vor dem PC sitzt und für was sich der User interessiert bekommt dieser nurnoch die Anzeigen zu sehen für die er auch empfänglich ist. (Stichwort: Behavioral Targeting)
Nunja, nicht zu leugnen ist wohl, dass es sich einige Unternehmen in den USA da etwas einfacher machen. Dort sind die Gesetze zum Datenschatz längst nicht so strikt. So werden Daten einfach einkauft: Z.B. von abgeschlossenen Verträgen, Rabattsystemen oder gleich ganze Datenbanken die komplette Straßenzüge enthalten!
Die Vorteile von userspezifischer Kampagnenauslieferung liegt auf der Hand: Die geschalteten Anzeigen verpuffen nicht in der Masse der Uninteressierten (siehe TV-Werbung), es werden nurnoch Interessierte angesprochen. Und gerade im Wahlkampf kann jeder Gruppe das Stückchen des Wahlprogramms präsentiert werden, für das sie am empfänglichsten ist – der (unpopuläre) Rest wird dann getrost verschwiegen.
Sehr nett z.B. der Einsatz von Romneys Wahlkampfteam, welches gezielt Leute ansprach die über ihre Verhältnisse leben: “Hallo! Unseren Informationen zufolge leben Sie über Ihre Verhältnisse – möchten Sie nicht auch über Ihre Verhältnisse wählen?”




Ein Kommentar zu "Das Internetmarketing im US-Wahlkampf"
http://youtube.com/watch?v=AIiMa2Fe-ZQ
Phil / 26. April 2008, 18:29
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