Jeder Würzburger kennt sie: Die Würzburger Bäcken namens Sternbäck, Reurerbäck, Sandertorbäck und wie sie alle heißen. Doch kaum einer weiß, dass es sich hier um eine Besonderheit aus dem Würzburger Raum handelt!
Manche behaupten, dass Bäck von Bäcker kommt, die früher oft einen eigenen Weinberg hatten und das Recht, im eigenen Laden ihren Wein auszuschenken.
Mit Sicherheit aber wurden in den ursprünglichen Bäcken nur alkoholische Getränke (Frankenwein!) und keine Speisen angeboten. So war es den Gästen erlaubt, Mitgebrachtes zu verzehren – der Gastwirt stellte sogar Besteck zur Verfügung.
Die Bäcken entwickelten sich im Lauf der Jahre zu beliebten Treffpunkten der Würzburger, was mitunter daran lag, dass man Alkohol nicht im Geschäft sondern in Gaststätten kaufte und dort meist auch gleich verzehrte. So wurde der Besuch einer Gaststätte zu einer täglichen Gewohnheit. Um Geld zu sparen bereitete man sich zu Hause eine Brotzeit, um diese beim Schoppen in einer der vielen Bäcken zu verzehren.
Heute gibt es noch etwa ein halbes Dutzend Bäcken, in denen es noch möglich sein soll, eine Bratwurst oder einen Döner mit zu bringen – allerdings wird dann ein kleines Entgeld für die Bereitstellung des Geschirrs fällig.
Beitrag angeregt durch eine Diskussion gestern Abend – mehr über die Würzburger Geschichte auch in meiner Fachbarbeit (2003) über das älteste Zentrum Würzburgs: Den Kürschnerhof